Auto

Neben dem Team natürlich das Allerwichtigste bei der Rallye: das Material. Die Karre solle Euch schließlich einmal nach Afrika und zurück bringen. Bergetappen über die Alpen, durch die Pyrenäen, tausende Kilometer quer durch Europa und dann Afrika - und zurück nach Hause.

Je nach Wohnort beträgt die Laufleistung bei Hin und Rückfahrt bis zu 10.000 km. Darüber hinaus werden die Strecke den Fahrzeugen über die 11 Tage noch einmal mehr abverlangen. Wir haben daher den Maximalwert pro Fahrzeug für die diesjährige Tour auf 1.000€ angehoben.

Für die Anmeldung der Rallye ist es noch kein Fahrzeug erforderlich. Ihr habt bis zur Akkreditierung am Vortag der Rallye Zeit Euch ein Fahrzeug zu besorgen und fit zu machen. Aber nicht zu lange warten, erfahrungsgemäß dauert immer alles länger als geplant.

Die Kernfrage ist natürlich: welches Modell? Klein und wendig oder groß und geräumig? Mächtig viel PS oder lieber sparsam? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Am Markt ist Vieles zu haben. Neben all den Traumkarren, die Autoscout, Ebay & Co so bieten, möchte man ja ohne größere Ausfälle durchkommen. Daher sollte man unter Anderem folgendes beachten:

Am stärksten wird das Material auf Bergetappen, Offroadstrecken und in der Wüste beansprucht. Ein hoch liegendes Fahrzeug ist hier von Vorteil. Allrad definitiv kein Muss, alle Vorreisen werden mit Front bzw. Hecktrieblern gefahren. Darüber hinaus kann Unterbodenschutz helfen und auch  Mehrfachbereifung.

Das Gesamtpaket Maschine, Gewicht sollte passen. Es muss nicht die dickste Maschine sein um die Berge hochzukommen. Ein leichtes insbesondere wendiges Fahrzeug ist manchmal die bessere Wahl.

Auch den Verbrauch sollte man im Auge behalten: Allrad, starke ältere Maschinen oder auch mächtig Hubraum können richtig ins Geld gehen. Insbesondere wenn es die Berge hochgeht, wird man die Euros nur so klingeln hören.

Kupplung: Gerade in den Bergetappen wird die Kupplung ordentlich leiden. Nicht nur der Anstieg sondern auch Bergab wird die Kupplung durch die Motorbremse gefordert. Fahrzeuge die hier bekanntermaßen Probleme bekommen, sind weniger geeignet. Sollte die Kupplung sich bereits bemerkbar machen, über einen Wechsel vor der Tour nachdenken.

Kühlung: gerade in Bergetappen gab es in den letzten Jahren immer wieder Probleme. Ab Spanien kommen auch in der Ebene erhöhte Temperaturen hinzu.

Fahrwerk: ein hartes ist zu Beginn der Tour auf Landstraßen ein Vergnügen. Der Straßenzustand wird nach Süden immer schlechter, da kann ein harter Bock schon mal nerven. Letztlich muss jedes Team  entscheiden, welche Prioritäten es setzen möchte.

Klimaanlage: wer sie hat und bei wem sie darüber hinaus noch funktioniert - definitiv Luxus auf unserer Tour. Doch sollte man es nicht an die große Glocke hängen oder darf sich über Neid oder Hähme gleichermaßen nicht beklagen.

Scheibenwischer & -anlage: bei Regen hilfreich aber vor allem in staubigen Gegenden bei Fahrt in größeren Gruppen unabdingbar. Sollte gut funktionieren.

Luftfilter: der wird auf der Tour einiges abkriegen. Sand und Staub kriecht überall rein. Dies bitte bedenken.

Egal welches Modell Euch vorschwebt: vor der Rallye unbedingt einmal in die Werkstatt und lasst die Karre auf Herz und Nieren prüfen – oder macht es selbst. Alle sicherheitsrelevanten Teile (Bremse, Kupplung, Fahrwerk, Beleuchtung, etc.) sollten zur Rallye instand gesetzt sein.

 

Versicherung und Schutzbrief

Bitte achtet bei Eurer Fahrzeugversicherung darauf, dass Marokko durch Versicherung bzw. grüne Karte abgedeckt ist. Zur Not kann man bei Ankunft in Marokko eine Zusatzversicherung für die Aufenthaltsdauer abschließen, ist aber teuer und kompliziert.

Für alle, die ihrem Gefährt nicht ganz über den Weg trauen, empfehlen wir auf jeden Fall die Europa-Mitgliedschaft eines Automobilclubs wie ADAC, ÖMTC, etc.. Bitte auch hier darauf achten, dass der im Schutzbrief Marokko abdeckt ist.

 

Zum weiteren Fahrzeugequipment

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit noch ein paar Empfehlungen zur sonstigen Fahrezuausstattung:
Die Verfügbarkeit der Ersatzteile kann in manchen Ländern zum Problem werden. So mögen manche Exoten reizvoll sein, aber die Ersatzteilversorgung in Frankreich, Spanien oder Marokko dünn werden.

Es macht definitiv Sinn mit einem Fahrzeugexperten das Werkzeug und die Ersatzteilliste durchzugehen. Wir werden auf der Teambase ein Forum eröffnen in welchem Ihr Euch zu dem Thema austauschen könnt. Es gibt im Teilnehmerfeld eigentlich immer versierte Mechaniker bzw. hochmotivierte Schrauber, die mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Reifen: Idealerweise Standardmaße nehmen, die an jeder Tankstelle verfügbar sind. Generell ist auf dieser Tour zu empfehlen, mehr als einen Reservereifen mitzunehmen. Pumpe, Flickzeug und Wechselequipment sollte auch an Bord. Bitte denkt daran, dass Werkswagenheber u.U. schon mal überfordert sind bzw. auf losem Untergrund keinen Stand finden.

Für Wüste ist es auf jeden Fall ein Spaten ratsam. Platten, Sandbleche sind eigentlich nicht notwendig, es sei denn jemand hat vor, sichregelmäßig in die Dünen zu begeben.

Beleuchtung: die Routen für Südspanien und Marokko sind so angelegt, dass wir bei Dunkelwerden am Zielort ankommen bzw. eine größere Landstraße erreichen. Trotzdem wird es gerade in Marokko Nachts stockdunkel. Daher für Fahrt und Camping die Beleuchtung prüfen bzw. Extra Beleuchtung einplanen.

Benzinkanister. In Marokko kann es schon mal eng werden.

Spannungswandler bzw. ausreichend Ladeequipment für Handy, Kamera, Kühlbox, etc.

Campingausstattung ist definitiv einzuplanen (siehe Punkt Übernachtung / sonstiges Equipment)

Navigation: Wir sind mitunter in den abgelegensten Orten bzw. Gegenden unterwegs. Teilweise sind die Routen weder in Navigationsgeräten noch auf Karten verzeichnet. Man kann die Routen basierend auf den Tagesbriefings komplett fahren, allerdings helfen Karten, Navi oder Kompass bei der Orientierung oder auch der Wahl von Alternativstrecken. (siehe auch Sonstiges Equipment)

 

Zum Abschluss zu einem sehr deutschen Thema: die Akkreditierung findet u.U. innerhalb der Münchener Feinstaubzone statt. Daher vorsichtshalber an die Feinstaubplakete denken - gibt's an jeder Tankstelle gegen Vorlage des Fahrzeugscheins. Kostet ca. 5€. Ausländische Fahrzeuge brauchen diese nicht.